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Ultras in Syrien mit Nadim

Heute ist in unserer Podcast-App der erste Teil eines Interviews über Ultras in Syrien mit Nadim erschienen. Wir sprechen mit Nadim, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt, über die Entstehung und Entwicklung der Fankultur in Syrien. Bereits im Jahr 2009 gründeten sich erste Gruppen, die fortan ihren Idolen aus Italien und Nordafrika nacheiferten. Die Bewegung stecke in den Kinderschuhen, ehe zwei Jahre später ein erbitterter Krieg begann. Nadim erzählt über seinen Heimverein Hutteen FC aus der Hafenstadt Latakia. Gleich beim ersten Spielbesuch vor über einem Jahrzehnt fesselte ihn die Faszination für die Fankurve und er wurde schnell ein Teil der aufkeimenden Ultrakultur.

Der Krieg veränderte das Leben der syrischen Bevölkerung. Zunächst wurde der Spielbetrieb eingestellt, ehe die Meisterschaftsentscheidung in Damaskus und Aleppo ausgetragen wurde. Plötzlich wurden Auswärtsfahrten zum Höllenritt und einige Ziele wurden aus Sicherheitsgründen nicht angesteuert, da die Fahrt zu gefährlich erschien. Nadim erklärt, welche Bedeutung ein Stadionbesuch in Syrien hat, denn die Spielstätten zählen zu den wenigen Freiräumen der Bevölkerung. Der Staat hält zwar ein Auge auf die Ultras in Syrien, schränkt sie im Handeln allerdings bisher noch nicht ein.

Ihr findet das Interview in unserer beliebten Rubrik Football was my first love International. Viel Spaß beim Reinhören.

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Interview Podcasts

Podcast über die Fanszene Darmstadt

Vor einigen Wochen habe ich einen Podcast über die Fanszene Darmstadt mit Tim aufgenommen. Tim war über ein Jahrzehnt als Vorsänger der Kurve aktiv und berichtet aus der Zeit der Ultras Darmstadt und den Usual Suspects. Tim arbeitet mittlerweile beim SV Darmstadt 98 und hat gerade eine Fußballfibel über den Verein geschrieben, daher erwartet Euch jede Menge Gesprächsstoff.

Wir starten zunächst mit der Geschichte des Vereins, ehe wir in die Achtziger springen und über die berüchtigte Gruppe Blue Violence sprechen. Tim schwärmt von der unbeschwerten Anfangszeit der Ultras und das familiäre Verhältnis zum Verein. Nach der Jahrtausendwende zeigten die Ultras Darmstadt die ersten Choreografien im Stadion am Böllenfalltor. Im Jahr 2004 versuchte sich Tim erstmals als Vorsänger der Gruppe und erzählt humorvoll von den ersten Spielen als Capo.

Höhe- und Tiefpunkte der Fanszene Darmstadt

Die Geschichte der Fanfreundschaft nach Bern findet ebenfalls Erwähnung, ehe es um die Highlights der Fanszene und des Vereins geht. Als absoluter Höhepunkt gilt das Relegationsspiel in Bielefeld, welches in letzter Sekunde mit dem Aufstieg für Darmstadt endete. Zu den Tiefpunkten zählt der plötzliche Tod eines Mitarbeiters des Fanprojekts und der Fahnendiebstahl der Ultras Mannheim bei einem Hallenturnier in Eppenheim. Im Jahr 2006 gründeten sich die Allesfahrer Darmstadt, die mittlerweile als Usual Suspects auftreten. Die Usual Suspects sind die federführende Gruppe im selbstverwalteten Block 1898, der im Jahr 2012 ins Leben gerufen wurde. Mit dem Verein wurde eigens dafür ausgehandelt, dass Ordner und Polizei keinen Zutritt zum Block haben. Die größte Rivalität besteht zu Eintracht Frankfurt, während in den Jahren in den unteren Ligen Hessen Kassel als fantechnisch größter Konkurrent galt.

Zum Abschluss sprechen wir über den Umbau des Stadions, dessen Pläne bereits seit einigen Jahren durch die Fanszene geisterten. Eben jene wurde bei der Planung miteinbezogen und schaffte es die Flutlichtmasten zu erhalten.

Der Podcast über die Fanszene Darmstadt dauert knapp 80 Minuten und kann an dieser Stelle nur wärmstens empfohlen werden.

Ihr findet das Interview in unserer Podcast-App. Bevor es los geht, schaut auch bei den Kollegen von Heiße Kurven Treue Typen vorbei. Dort ist vor einiger Zeit ein Interview mit der Gruppe Blue Violence aus Darmstadt erschienen.

Viel Spaß beim Reinhören.

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Was wollt ich noch gleich in Wladiwostok?

In unserem aktuellen Podcast findet Ihr ein Interview mit dem Autor des kürzlich veröffentlichten Buches “Was wollt ich noch gleich in Wladiwostok?” Hinter diesem Meisterwerk steckt Fump, der bereits am Kultbuch Abenteuer Groundhopping mitwirkte und nun seine größte Reise in Worten festhält.

Bevor es um den Roadtrip geht, berichtet Fump von seinem Werdegang als Fußballfan und Groundhopper. Die Reisen in den Neunzigern waren mangels Internet nur bedingt planbar. So wurde die Nacht vorm tschechischen Kiosk verbracht, um morgens die Spielpläne der Sportzeitung zu studieren. Wer fit im Umgang mit Atlas und Straßenkarte war, hatte somit ein gesundes Zeitpolster.

Als die Touren nicht mehr ausreichten, um die Abenteuerlust zu stillen, entwickelte Fump die Idee per Landweg nach Wladiwostok zu reisen. Wladiwostok? Richtig, bekannt als Endstation der transsibirischen Eisenbahn unweit von China.

Als fahrbarer Untersatz diente ein Opel Corsa, sodass der mehrmonatigen nichts mehr im Weg stand. Letztlich reichten etwa 55 Tankfüllungen für 26.695 Kilometer. Was wollt ich noch gleich in Wladiwostok ist ein geniales Buch eines Groundhoppers, der sich seinen Traum des großen Abenteuers erfüllt hat. Im Gespräch erzählt Fump von einigen verrückten Erlebnissen und Begegnungen auf seiner Tour.

Ihr findet das Werk im NOFB-Shop – das Interview findet Ihr hier. Das Kultbuch Abenteuer Groundhopping ist als Hörbuch in der Football was my first love App verfügbar.

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Harlekins Berlin im Podcast

In dieser Woche haben die Harlekins Berlin im Podcast mit den Kollegen von “Plumpe Träume” gesprochen. Den Hertha Fan-Podcast aus Berlin findet Ihr in unserer Fußball-Audio-App.

Zwei Vertreter der Harlekins Berlin sprechen im Podcast über den Ursprung der Gruppe im Jahr 1998. Während man in Italien oder Osteuropa auf frenetische Ränge blickte, befand sich die Ultrakultur in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die beiden Hertha Ultras berichten über den schwierigen Anfang, ehe es um die Entwicklung der Gruppe und der Kurve geht. Als Höhepunkt der letzten Jahre wird u.a. über die Europapokaltour nach Östersund gesprochen. Ein schwedischer Ort, fernab der Zivilisation, daher passt der Elchunfall auf dem Rückweg gut ins Bild des internationalen Abenteuers.

Im Verlauf des Interviews werden gleichwohl die negativen Höhepunkte der Fanszene thematisiert. Examplarisch dafür steht der Zaunfahnendiebstahl der Ostkurve-Fahne von einigen Hansa Rostock Anhängern. Die Harlekins vertreten ihren Standpunkt zu der Thematik sehr reflektiert und definieren zudem ihren eigenen Kodex zum Fahnendiebstahl.

Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die aktuelle Entwicklung des Vereins nach dem Einstieg des Investors und um die langjährige Fanfreundschaft zum Karlsruher SC.

Das Interview mit den Harlekins Berlin dauert knapp drei Stunden und ist unserer App verfügbar. Den Harlekins Podcast findet Ihr hier.

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Groundhopping in Brasilien

In den letzten Wochen ist in unserer Fußballpodcast App ein mehrteiliges Interview über Groundhopping in Brasilien erschienen. Im ersten Teil geht es um die Geschichte der brasilianischen Fankultur, die seit Jahrzehnten von den Torcidas dominiert wird. Zwar könnte man meinen, dass die Torcida Split, den Namen im Jahr 1950 erstmals verwendet hat, jedoch geht die Geschichte der Fankultur in Brasilien bis in die 30er Jahre zurück. Als Protestbewegung gegen die Militärdiktatur erhielten die Gruppen zum Ende der 60er einen riesigen Zulauf. Eine der Gruppen heißt Gaviões da Fiel, zählt zu den ältesten des Landes und hat über hunderttausend Mitglieder, welche den erfolgreichen Verein Corinthians unterstützen.

Unsere Interviewpartner waren bereits mehrfach bei der Gruppe zu Gast und geben daher tiefe Einblicke in die Struktur und Mentalität einer Torcida, die man beim reinen Groundhopping in Brasilien nicht greifen kann. Wir sprechen über Fanfreundschaften und Rivalitäten, die wohl einen eigenen Studiengang füllen könnten. Es geht um große Derbys, Repressionen und die WM 2014. Gewalt ist ein allgegenwärtiges Thema in der Gesellschaft. Brasilien ist gefährlich und das spiegelt sich nicht nur im Stadion, sondern auch in den Favelas, die von Touristen gemieden werden sollten. Die beiden Groundhopper waren inmitten einer Favela und erklären die Regeln und den Aufbau dieser Armenviertel.

Mehr als Groundhopping in Brasilien

Im letzten Teil fahren wir u.a. mit Corinthians zum Meisterschaftsspiel nach Vasco, einem Rivalen, dessen Stadion in einer Favela liegt und für Gästefans eine Gefahrensituation birgt. Von 120.000 Interessierten haben es 4.000 Fans in den Gästeblock geschafft. Corinthians sicherte den Meistertitel, doch für Feiern blieb keine Zeit, da man zunächst unversehrt in Sao Paulo ankommen musste. Nicht vergleichbar mit den entspannten Reisen hierzulande. Zum Abschluss warten auf den Groundhopper noch einige Geheimtipps. Es geht um interessante Spiele, kulinarische Tipps und die Vermeidung brenzlicher Situationen.

Das Interview ist fesselnd, hält immer wieder schockierende Geschichten parat und bietet einen tiefen Einblick in die brasilianische Fankultur. Wer mehr über Südamerika erfahren möchte, findet in unserem International-Format ebenfalls ein dreiteiliges Argentinien Interview.

Viel Spaß beim Reinhören.

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Die Katastrophe von Heysel im Podcast

In der aktuellen Folge spreche ich mit Scouser über die Katastrophe von Heysel im Podcast. Das mehrstündige Gespräch findet Ihr als Dreiteiler in unserer Fußball-Audio-App. Zunächst widmen wir uns der Fankarriere Scousers, die in den Achtzigern bei Hannover 96 begann. Es geht um die historische Fanfreundschaft zum Hamburger SV, das DFB Pokalfinale im Jahr 1992 und der daraus resultierende Einzug in den Europapokal. Die Euphorie legte sich allerdings schnell, als die Losfee ausgerechnet den SV Werder Bremen zog. Mein Gesprächspartner war zu dieser Zeit bereits von der Anhängerschaft des FC Liverpools angefixt. Der Verein war vor 40 Jahren Dauergast in den europäischen Wettbewerben und dementsprechend hatte die Anhängerschaft der “Reds” bereits früh das Privileg durch ganz Europa reisen zu dürfen. Dabei machten die Hafenstädter immer wieder durch Raubzüge auf Sportläden und Juweliere auf sich aufmerksam. Die Geburtsstunde der “on the jib” Kultur.

Die Katastrophe von Heysel im Podcast

Im Jahr 1985 fand des Endspiel des Europapokals der Landesmeister im Brüsseler Heysel-Stadion statt. Auf dem Rasen standen sich Juventus Turin und der FC Liverpool gegenüber, dessen Anhängerschaften als berühmt berüchtigt galten. In Italien erlebte die Ultrakultur ihre Hochzeit, während in England die Hooligans das Bild im Stadion dominierten. Scouser war damals gerade volljährig und berichtet im zweiten Teil des Interviews sehr eindrücklich von seinen Erlebnissen im Stadion, die zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht realisierbar waren. Eine Massenpanik im Stadion sorgte tragischerweise für 39 Todesopfer und hunderte Verletzte.

Im letzten Teil des Interviews thematisieren wir die Entwicklung des englischen Fußballs von der Problematik rund um die Ticketpreise bis zum Sicherheitswahn der Behörden. Trotz der vielen negativen Einflüsse der Premier League, gibt es immer noch aktive Fanbewegungen, welche die Fahne der Fankultur weiterhin in den Wind halten. Respekt dafür.

Wer mehr zur englischen Fankultur erfahren möchte, findet in der Rubrik International ein Interview mit Matt Ford.

Viel Spaß beim Reinhören.

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Mia san die Bayern Buch

Viel Feind, viel Ehr – die Bayern und dessen Anhängerschaft. Es wird Zeit, dass wir uns dem “Mia san die Bayern” Buch widmen, welches kürzlich im Werkstatt-Verlag erschienen ist. Dem Autor Christoph Leischwitz haben wir dieses einzigartige Buch über die Geschichte der rot-weißen Fankultur zu verdanken. Ich habe das Buch angefangen und quasi in eins durchgelesen. Wir haben in unserem Podcast ein Interview mit Leischwitz, der uns Einblicke hinter die Kulissen gewährt, geführt. Im ersten Teil des Interviews sprechen wir über die ersten Jahrzehnte der Bayern-Fanszene: Der Ausflug zum Finale um die Deutsche Meisterschaft 1932, die Anfänge der Fanszene, bevor der FCB ins Olympiastadion zog. Dort entwickelten sich bereits in den 70ern die ersten organisieren Strukturen in der Südkurve. Mit den Red Angels ging es zu den Auswärtsspielen im In- und Ausland. Die Allesfahrermentalität und Reisefreudigkeit ist bereits früh das Alleinstellungsmerkmal der Fanszene.

Mia san die Bayern – Die Chronologie der FC Bayern Fanszene

Im späteren Verlauf schwappte die Hooligankultur ins Olympiastadion mit der Besonderheit, dass man unter dem Namen Service Crew München plötzlich mit dem Feind aus Giesing kooperierte. Die gesitteten Fans zeigten dafür nur wenig Verständnis, widmeten sich allerdings dem allgegenwärtigen Stimmungsproblem. Dafür brachte sich ein Fan das Trompetespielen bei. Weil die Nachbarn sich gestört fühlten, trainierte Trompeten-Manni im Auto vor einem Supermarkt, ehe er seine Fähigkeiten im Stadion präsentierte.

Nach der Jahrtausendwende gründete sich die Schickeria München, die seitens der bestehenden Fanszene zunächst argwöhnisch betrachtet wurde. Im Buch “Mia san die Bayern” geht es um die Entwicklung der Fanszene nach dem Umzug in die moderne Arena, die plötzlich zwei Fanblöcke mit räumlicher Trennung vorsah. Die Dauerkarten wurden auf Süd- und Nordkurve verteilt, weil einer der Vereinsverantwortlichen in Südamerika gesehen hatte, dass sich zwei Kurven besser auf die Stimmung auswirken. Der Plan scheiterte natürlich und schnell hatte das Stadion den Ruf als Operetten-Publikum seitens der Presse erhalten. Für die Schickeria war diese Zeit nicht einfach, da die Gruppe nicht nur für verbesserte Gegebenheiten im Stadion kämpfte, sondern immer wieder in Situationen geriet, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich zogen und somit der Kontakt zum Verein nicht immer positiver Natur war.

Das Interview ist in zwei Folgen unterteilt und beinhaltet zudem ein kleines Gewinnspiel. Der Werkstattverlag verlost fünf Ausgaben.

Viel Spaß beim Reinhören.

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Absolut Arminia Podcast

Der Absolut Arminia Podcast ist ganz frisch in unserer Fußball-Audio-App. Hinter dem Projekt steckt Jens Ortmann, ein langjähriger Arminia Bielefeld Fan, dessen Aufstiegseuphorie spürbar ist. Obwohl Arminia bereits zum achten Mal in die Bundesliga aufsteigt, musste der “Fahrstuhlverein” satte elf Jahre auf den Wiederaufstieg warten. Ein herausragender Erfolg mit faden Beigeschmack, da die Feierlichkeiten durch das Coronavirus eingeschränkt verliefen. Eines steht fest – sobald wieder Regelbetrieb in den Stadien herrscht, wird es auf der Bielefelder Alm stimmungsvoll.

Der Absolut Arminia Podcast erscheint vor jedem Arminia Spiel und ist in zwei Teilen untergliedert. Bevor ein Gesprächspartner zu Wort kommt, geht es zunächst um die aktuelle Verfassung des Teams. Ortmann glänzt mit Statistiken, gibt Informationen zum Formverlauf des jeweiligen Gegners und analysiert die Aufstellungen. Im zweiten Teil des etwa halbstündigen Formats wird ein Gast interviewt. Als Armina am ersten Spieltag bei Eintracht Frankfurt gastierte, fand sich Heribert Bruchhagen im Podcast ein und berichtete aus seiner Zeit als DSC Manager. Um Spieler Bruno Labbadia, Georg Koch oder Billy Reina zu bezahlen, nahm Bruchhagen einige Risiken in Kauf.

In unserem Football was my first love Podcast geht es in der 48. Episode ebenfalls um Arminia Bielefeld. Ein Fan berichtet aus den 80ern, als er teils per Anhalter die Spiele der Oberliga besucht hat.

Viel Spaß beim Reinhören.