Ostfußballexperte Alex Küpper zu Gast: „Emotional zu 100 Prozent bei der Regionalliga“

00:47:36
Mit ihm lautet das Motto: „Im Osten geht die Sonne auf“ - Alex Küpper ist Fußballexperte beim MDR und Magenta, hat zwei Fußballpodcasts und ist regelmäßig in den Stadien des Landes unterwegs. Geballtes Wissen für den HFC-Podcast! In der 55. Episode des HFC-Podcasts begrüßen Julius Lukas und Fabian Wölfling den Sportjournalisten und Ostfußballexperten Alex Küpper, der gleichzeitig Podcast-Kollege ist: In „Im Osten geht die Sonne auf“ spricht er einmal die Woche mit Paddy Fritzsche und Gregor Ryl über den Ostfußball in allen seinen Facetten. Außerdem unterhält er sich ebenso wöchentlich in „Familie Fußball“ mit seinem Vater Hansi Küpper, seinem Bruder Cornelius Küpper sowie seiner Schwester Ina Küpper auf humorvolle Weise über den höherklassigen Fußball. Er selbst ist aber vor allem in der Dritten sowie der Regionalliga zuhause. Alex Küpper betont dabei, dass der Osten eine Fußballregion darstelle, „wie man sie in ganz Europa, vielleicht auf der ganzen Welt nicht wiederfindet“ – geprägt von Traditionsvereinen, die oft weit unter ihrem historischen Niveau agieren, aber eine unvergleichliche Fankultur entfalten. Auf die Frage „Regionalliga oder Champions League?“ wählt er klar die Regionalliga: Er sei „emotional zu 100 Prozent bei der Regionalliga“, da er die Entwicklung der Champions League und die verzerrte Geldverteilung der nationalen Wettbewerbe kritisch sehe. Den Halleschen FC stuft Küpper sportlich trotz des Fehlstarts positiv ein. Zwar sei die damalige Trennung von Trainer Zimmermann „ein bisschen zu früh“ gekommen, doch Robert Schröder leiste mittlerweile eine sehr gute Arbeit. Ausschlaggebend sei die Comeback-Mentalität: Fünf Siege aus den letzten sechs Partien sowie die Fähigkeit, Rückstände zu drehen, machten Hoffnung. Herausragend sei dabei Niklas Stierlin, der defensiv sozialisiert wurde, nun aber im Mittelfeld „knipst wie er will“ und bereits acht Saisontore verbucht. Im Titelkampf sieht Küpper aktuell Rot-Weiß Erfurt ganz vorn, verweist aber auf die extreme Dichte der Spitzengruppe. Breiten Raum nimmt die Aufstiegsreform ein. Küpper hält das Kompass-Modell für die wahrscheinlichste Lösung, weil der öffentliche Druck der Fan-Initiativen und Schwergewichte wie Schalke 04, Bayern München und DFL-Chef Aki Watzke enorm sei. Eine solche geschlossene Front habe er „in all den Jahren noch nie erlebt“. Dass DFB-Präsident Bernd Neuendorf sich ebenfalls dafür positionierte, sei bemerkenswert. Küpper erwartet beim außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember eine richtungsweisende Entscheidung: „Die Zeichen stehen auf Veränderung, dass gar nichts passiert, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.“

